Kelch

Aus Silberblech getrieben, vergoldet, der Nodus ist aus Silber gegossen. Die Feuervergoldung ist noch vollständig intakt, sehr gut erhalten und nicht überarbeitet. Er ist nicht repariert worden. Alle drei Teile, Cuppa, Nodus und Fuß, sind mit einem durchgehendes Gewinde, am Ende mit einer kleeblattartigen Mutter, verschraubt. Der Kelch ist eine künstlerisch anspruchsvolle Arbeit, bei dem die Ornamentik sehr schön herausgearbeitet wurde. Die Höhe beträgt 22,5 cm, der Fuß hat einen Durchmesser von 14 cm.

Die Cuppa des Kelches ist mit Puttenköpfchen und mit Roll- und Bandlwerkornamentik verziert.

Auf der Oberseite des Fußes zeigt der Kelch drei Darstellungen: die Kreuzigungsgruppe, den hl. Antonius mit dem Jesuskind und den hl. Vitus (Veit). Zwischen diesen Abbildungen sind die eucharistischen Symbole Weintrauben und Ähren dargestellt.

Auf dem Fußring des Kelches sind die Stadt- und Meistermarke eingeschlagen worden. Die Marke der Stadt Wien gliedert sich in einen Mittel-, zwei Seiten- und einen Kopfteil. Der Mittelteil ist ein Kreuz in einem Kreis. Links und rechts des Kreises, an den Seiten, ist die Jahreszahl der Entstehung abgebildet: 1737. Im Kopfteil steht die Zahl 13. Sie bedeutet, dass die Arbeit 13 Lot Silber hat (heute 830 Silber). Die Meistermarke stammt von dem Hofgoldschmied Andreas Joseph Rath, der von 1712 bis 1762 tätig war.

Die eingravierte Schrift an der Unterseite des Fußes lautet:

REVERENDVS P · VITVS GEORGIVS TÖNNEMAN E SOCIETATEIESV FIERI FECIT ORENT PRO E D

„Hochwürden Pater Vitus Georgius Tönneman, aus der Gesellschaft Jesu, ließ ihn (den Kelch) fertigen”.

In der lateinischen Inschrift sind die Buchstaben in unterschiedlicher Größe wiedergegeben. Die größeren Buchstaben bedeuten (auch) Zahlen, die addiert werden müssen, um die Jahreszahl der Entstehung der Monstranz zu ermitteln. Das Chronogramm ergibt somit die Jahreszahl 1737.

Augsburg im September 2002.

Mit freundlicher Unterstützung von Dr. Christoph Emmendörffer, Kurator für Skulptur, Kunsthandwerk und Stadtgeschichte der Städtischen Kunstsammlungen Augsburg.

[Der Kelch wurde fotografiert von Rainer Ante (2001).]